Lage in der Eifel
Der Nürburgring liegt rund um den Ort Nürburg und seine mittelalterliche Burg in der Eifel, im Norden von Rheinland-Pfalz. Die Lage des Nürburgrings ist ungewöhnlich: Die Nordschleife schlängelt sich durch Wälder und Täler und über Kuppen, zwischen tiefstem und höchstem Punkt liegen mehr als 300 Meter. Rund um die Strecken finden bis zu 150.000 Zuschauer Platz. Seit 1985 gehört außerdem das Festival Rock am Ring fest zur Anlage.
Entstehung ab 1925
Die Nürburgring Geschichte beginnt im September 1925 mit dem Bau, geplant vom Architekturbüro Eichler aus Ravensburg. Die Strecke sollte ein Schaufenster für deutsche Autotechnik werden und wurde als Notstandsarbeit staatlich gefördert, Arbeiter kamen dafür sogar aus Koblenz und Köln. Am 18. Juni 1927 fuhren die ersten Rennen, zuerst Motorräder, einen Tag später Autos mit Rudolf Caracciola als Sieger der großen Klasse. Die damalige Gesamtstrecke war 28,265 km lang und hatte 174 Kurven.
Umbauten und Layouts
Ursprünglich gab es Nordschleife, Südschleife und eine kurze Betonschleife an den Boxen. Auf Druck der Formel-1-Fahrer wurde die Nordschleife Anfang der 1970er Jahre entschärft, Sprünge wurden geglättet und Leitplanken gesetzt. 1984 kam die neue Grand-Prix-Strecke dazu, die 2002 mit der Mercedes-Arena auf heute 5,148 km wuchs. Die Nordschleife misst seither 20,832 km, beim 24-Stunden-Rennen werden beide zu einem Kurs von 25,378 km verbunden.
Berühmte Kurven der Nordschleife
Zu den berühmtesten Nürburgring Kurven zählt das Caracciola-Karussell, eine überhöhte Betonsteilkurve, die zu den langsameren Stellen der Runde gehört. Flugplatz, Fuchsröhre und Pflanzgarten sind dagegen schnell, wellig und teils mit Sprüngen gespickt. Am Bergwerk verunglückte Niki Lauda 1976, der Linksknick davor heißt bei Kennern deshalb Lauda-Links. Auf der Grand-Prix-Strecke tragen das Michael-Schumacher-S und die Mercedes-Arena bekannte Namen.
Grüne Hölle und Rekorde
Jackie Stewart nannte die Nordschleife nach seinem Sieg in Regen und Nebel 1968 die Grüne Hölle, der Name blieb. Stefan Bellof fuhr 1983 im Porsche 956 eine Runde in 6:11,13 min, dieser Rekord hielt 35 Jahre. Erst 2018 unterbot ihn Timo Bernhard im Porsche 919 Hybrid Evo mit 5:19,546 min. In der Formel 1 holte Michael Schumacher hier die meisten Siege, fünf zwischen 1995 und 2006.
Unfälle und Sicherheit
Nach Laudas Feuerunfall 1976 fuhr die Formel 1 nie wieder auf der alten Nordschleife, die Strecke war für Feuerwehr und Rettungswagen schlicht zu lang. Auch heute verlangt sie Respekt: Bei den Touristenfahrten kommt es regelmäßig zu Unfällen, und der Flugplatz wurde 2016 nach einem schweren Rennunfall umgebaut. Seit 1927 darf jeder mit zugelassenem Auto oder Motorrad gegen Gebühr auf die Nordschleife, dabei gilt die Straßenverkehrsordnung. Rennen und Zeitjagden sind bei diesen Fahrten ausdrücklich verboten.
Fahrtipps für den Simulator
Auf der Nordschleife zählt Streckenkenntnis mehr als Mut, lerne die Runde deshalb in Abschnitten, statt sofort auf Bestzeit zu gehen. Viele Kurven sind blind, merk dir feste Bezugspunkte wie Brücken, Schilder oder Kuppen als Bremsmarken. Im Karussell hilft es, sauber in die Betonrinne einzulenken und das Auto ruhig zu halten. Auf der Grand-Prix-Strecke ist die enge Rechtskurve am Ende der Start-Ziel-Geraden eine harte Bremszone und die beste Gelegenheit zum Überholen.

