Lage in Kent
Brands Hatch liegt in West Kingsdown in der Grafschaft Kent, südöstlich von London, zwischen der Straße A20 und der Autobahn M20. Der Name bezeichnete ursprünglich eine grasbewachsene Senke, die wie ein Amphitheater geformt ist. Vom kurzen Indy-Kurs sehen Zuschauer deshalb fast jede Stelle der Strecke. Die Grand-Prix-Schleife führt zusätzlich durch ein Waldstück und bringt noch mehr Höhenunterschied ins Spiel.
Entstehung ab 1926
Die Brands Hatch Geschichte begann mit Radfahrern aus Gravesend, die auf Feldwegen eines Bauernhofs trainierten. 1926 fand das erste echte Rennen statt, zwischen Radfahrern und Crossläufern über rund 6,4 km. Später kamen Motorradfahrer auf eine Graspiste, im Zweiten Weltkrieg diente das Gelände als Fahrzeugpark und wurde bombardiert. Am 16. April 1950 öffnete der asphaltierte Kurs, unter den Vorführfahrern war ein junger Stirling Moss.
Umbauten und Layouts
Der erste Asphaltkurs war eine Meile lang und wurde gegen den Uhrzeigersinn gefahren. Mit der Verlängerung um Druids 1954 drehte man die Fahrtrichtung, so entstand die Paddock Hill Bend. 1960 wuchs Brands Hatch um die Grand-Prix-Schleife durch den Wald. Heute misst der Indy-Kurs rund 1,9 km und der Grand-Prix-Kurs rund 3,9 km.
Berühmte Kurven
Die bekannteste der Brands Hatch Kurven ist die Paddock Hill Bend, eine Rechtskurve mit bis zu 8 Prozent Gefälle. Danach geht es über den Hailwood Hill bergauf zur Haarnadel Druids. Im Wald warten Hawthorn, Westfield, Dingle Dell und die blinde Sheene-Kurve, bevor Stirlings, Clearways und Clark Curve zurück zur Geraden führen. Viele Kurven tragen die Namen britischer Rennlegenden wie Graham Hill, John Surtees oder Jim Clark.
Formel 1 und große Momente
Zwischen 1964 und 1986 fand hier zwölfmal der Große Preis von Großbritannien statt, im Wechsel mit Silverstone. 1983 und 1985 kam der Große Preis von Europa dazu, 1985 feierte Nigel Mansell hier seinen ersten Formel-1-Sieg. Rekordsieger in Brands Hatch ist Niki Lauda mit drei Siegen. Bis 1983 lief hier außerdem 14 Mal das Race of Champions ohne WM-Status.
Unfälle und Sicherheit
1986 prallte Jacques Laffite beim Start in der Paddock Hill Bend in die Mauer und brach sich beide Beine, es war das Ende seiner Formel-1-Karriere. Fahrerlager und Boxen genügten bald nicht mehr den Ansprüchen, 1986 fuhr die Formel 1 zum letzten Mal hier. 2009 starb der Formel-2-Fahrer Henry Surtees, als ihn ein umherfliegendes Rad traf. Wegen Lärmschutz für die Anwohner wird die Grand-Prix-Schleife nur an wenigen Wochenenden im Jahr genutzt.
Fahrtipps für den Simulator
In der Paddock Hill Bend lenkst du blind ein, weil die Strecke hinter der Kuppe abfällt, merk dir deshalb einen festen Einlenkpunkt. Vor Druids bremst du bergauf, das Auto verzögert dort gut, also kannst du spät anbremsen. Im Wald folgen die Kurven schnell aufeinander, ein ruhiges Auto ist dort mehr wert als ein später Bremspunkt. Clearways und Clark Curve verlangen einen sauberen Bogen, damit du mit Schwung auf die Start-Ziel-Gerade kommst.

