Lage im Königlichen Park
Das Autodromo Nazionale di Monza liegt im Park der Königlichen Villa von Monza in der Lombardei, nördlich von Mailand. Die Strecke führt durch Wald, auf dem Gelände gibt es drei Kurse: die Grand-Prix-Strecke, einen Juniorkurs und ein altes Oval mit Steilkurven. Die Nähe zu Mailand, dem wirtschaftlichen Zentrum Italiens, machte Monza schon früh zu einem idealen Austragungsort. Wegen der langen Geraden heißt Monza auch Tempel der Geschwindigkeit.
Entstehung 1922
Die Monza Geschichte beginnt 1922: Rund 3.500 Arbeiter bauten die Strecke von Mai bis Juli, finanziert vom Automobilclub Mailand. Eröffnet wurde sie am 3. September 1922, eine Woche später lief der Große Preis von Italien. Monza war nach Aspendale, Brooklands und Indianapolis die vierte eigens gebaute Rennstrecke der Welt. Damit ist sie die älteste auf dem europäischen Festland.
Umbauten und Layouts
Oval und Straßenkurs ließen sich zu einer 10 km langen Runde verbinden, die Formel 1 nutzte sie zuletzt 1961. 1957 und 1958 traten auf dem Oval beim Rennen der zwei Welten amerikanische Indy-Autos gegen europäische Rennwagen an, die Amerikaner gewannen alle Läufe. 1972 kamen die ersten Schikanen dazu, darunter die Variante del Rettifilo und die Variante Ascari. Heute misst der Grand-Prix-Kurs 5,793 km, die alten Steilkurven sind abgetrennt und wurden in den 2010er Jahren restauriert.
Berühmte Kurven
Zu den berühmtesten Monza Kurven gehört die Curva Grande, die Formel-1-Autos meist voll fahren. Die beiden Lesmo-Kurven sind schnell und teils blind, die Variante Ascari gilt als einer der technisch anspruchsvollsten Abschnitte. Die lange Parabolica trägt heute den Namen Curva Alboreto, nach Michele Alboreto. Wer sie gut verlässt, kann auf der langen Zielgeraden im Windschatten angreifen und vor der ersten Schikane überholen.
Rekorde und Tempo
Monza ist seit 1991 die schnellste Strecke im Formel-1-Kalender, die Autos fahren mit besonders flachen Flügeln für wenig Luftwiderstand. 2005 wurden hier bei Kimi Räikkönen 370,1 km/h gemessen. 2025 fuhr Max Verstappen mit einem Schnitt von 250,7 km/h das bis dahin schnellste Formel-1-Rennen überhaupt. Den Rundenrekord im Rennen hält Lando Norris mit 1:20,901 min aus demselben Jahr.
Unfälle und Sicherheit
Das hohe Tempo forderte viele Opfer, 1928 starben Emilio Materassi und zahlreiche Zuschauer beim bis dahin schwersten Unglück im italienischen Motorsport. 1961 kollidierte Wolfgang Graf Berghe von Trips vor der Parabolica, er und viele Zuschauer kamen ums Leben. 1970 verunglückte Jochen Rindt im Training tödlich, 1978 starb Ronnie Peterson an den Folgen eines Startunfalls. Seither wurden Schikanen, Auslaufzonen und Kiesbetten immer wieder angepasst.
Fahrtipps für den Simulator
Monza belohnt späte, gerade Bremsmanöver: Vor der ersten Schikane bremst du aus sehr hohem Tempo auf Schritttempo herunter. Nimm in den Schikanen die Randsteine vorsichtig, sie bringen das Auto leicht aus dem Gleichgewicht. In den Lesmo-Kurven nutzt du am Ausgang die ganze Breite der Randsteine. Ein früher Gasstoß aus der Parabolica zahlt sich auf der langen Zielgeraden doppelt aus.

